Wie Erziehung die Beziehung beeinflusst

"Wie klärt man die Rangordnung?" 

Auch ich wurde mein ganzes Leben bereits mit der Dominanztheorie konfrontiert. Im Training jedoch bin ich damit immer wieder an meine Grenzen geraten. Mit cloverlafhorse wollte ich schon immer teamfähige Pferde ausbilden und ein Lebewesen beherrschen zu wollen kam mir wie ein Irrweg vor. Diese Theorie klingt ja doch allzu einfach…oder?

Die Dominanztheorie erklärt zusammengefasst, dass innerhalb einer Herde eine strikte Hierarchie herrscht. Alle Pferde gehorchen Leithengst und Leitstute, sie vertrauen auf deren Instinkte und deren erlernten Fähigkeiten. Darauf basieren seit etwa einem Jahrhundert die meisten Trainingskonzepte. Die Verhaltensforschung zeigt mittlerweile aber ein viel genaueres Bild von der Komplexität einer Herde und dessen Sozialstrukturen. Innerhalb einer Herde sind die sozialen Beziehungen viel komplexer und nicht so linear wie von der Dominanztheorie angenommen. Freundschaften zwischen zwei Pferden oder auch Dreierbeziehungen sind etwaige Möglichkeiten. Genauso übernehmen verschiedene Pferde unterschiedliche Aufgaben, je nach ihrem Charakter und ihren Fähigkeiten. Es hat also sehr wenig von einer Hierarchie, mit einem König und einer Königin auf dem Thron, sondern es bestehen komplexe soziale Verbindungen mit unterschiedlichen Dominanzbeziehungen.


Das heißt im Umkehrschluss, dass wir weder Leitstute noch Leithengst ersetzen können. Diese Position existiert nämlich nicht so wie wir uns sie in dem letzten Jahrhundert zurecht gedacht haben. Damit lässt sich nun nicht mehr erklären warum der Mensch immer die Chefposition einnehmen und verteidigen soll. (Außer vielleicht man möchte nur ein gefügiges Pferd erschaffen.) Es ist uns genau so nicht möglich artübergreifend eine Herde darzustellen aber wir können eine soziale Gruppe bilden. Wer mit einem oder mehreren Pferden eine soziale Gruppe bilden möchte, muss sich deren Vertrauen verdienen und erarbeiten. Es gibt einige Faktoren die die Beziehung von Anfang an positiv beeinflussen können aber „Dominanz“ gehört sicher nicht dazu! Diese Beziehung basiert aber auch nicht auf unterordnen und das Verhalten des anderen zu bestimmen. Den sinnbildlichen „Rang“ kann man sich nur erarbeiten und verdienen.


Was ist Dominanz? 

 

Eine Vielzahl an verhaltensbiologischen Fachartikeln beschreibt die Dominanz als eine Beziehung, sprich ein sehr komplexes Zusammenspiel von Minimum zwei darin involvierten Lebewesen. 

Dominanz ist damit keine erlernbare Eigenschaft, die man einfach inne hat,  sondern etwas das kontinuierlich erarbeitet und gepflegt werden muss. Solch eine Dominanzbeziehung liegt vor,  sobald einer der Mitwirkenden regelmäßig seine Interessen gegen den anderen durchsetzen kann, ohne dafür körperliche Gewalt anzuwenden. Daraus schließt sich dass, eine Dominanzbeziehung durch die Anerkennung des rangniedrigeren gefestigt und bestätigt wird.

"Ohne anerkennenden Indianer, kein Häuptling."


Ein guter Lehrer 

"Zwischen lernen und lehren."

 

Erinnern Sie sich kurz an Ihre Schulzeit oder eventuell die letzte Weiterbildung zurück...

 

Denken Sie an die Person, welcher Sie am besten zuhören konnten, die Sie am besten in Ihrer Ausgangssituation abgeholt hat und bei der Sie leistungsbereiter wurden.

 

*Welche Eigenschaften hatte diese Person vermutlich inne?

Gehen Sie für einen kleinen Moment in sich und beantworten diese Frage für sich...

 

 

 

>>> Sicherlich sind Ihnen jetzt Eigenschaften eingefallen wie:

 

-freundlich

-selbstkritisch

-geduldig

-respektvoll

-fokussiert

- u.v m. - Diese Liste könnte sehr lang werden. ;)

 

Und nun fragen Sie sich selbst nochmals:

 

*Welche Eigenschaften besitze ich davon?

 

Sobald Sie nämlich mit einem Pferd in Kontakt treten und diesem Lebewesen etwas lehren wollen, werden Sie zum Lehrer! 

Daher legt cloverleafhorse nicht nur im Training, sondern bereits in der Erziehung, großen Wert auf eine dynamische Entwicklung zwischen Pferd und Besitzer. Auch Ihre Lehrfähigkeit soll ausgebaut und gefestigt werden. Somit wird sichergestellt, dass sich eine Beziehung zu beider Seiten Vorteil entwickelt. Denn ein Pferd hat meist nicht das Problem sich unterzuordnen, es muss aber an diese Person glauben!

BVFT - Berufsfachverband

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